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Wenn U-Turn-Chefkonstrukteur Ernst Strobl einen neuen Schirm plant, kommt immer etwas ganz Besonderes heraus. Im Moment arbeitet Strobl an einem Ultraleichtschirm, der nicht nur mit dem Gewicht geizt, sondern auch über ein ausgesprochen geringes Packmaß verfügen wird. Um exakt die Wünsche und Vorstellungen der Zielgruppe zu erfüllen, arbeitet U-Turn dabei mit Ueli Steck zusammen. Der Schweizer ist Speed Climber und auf allen Gipfeln der Welt zu Hause. Wie die Sportart schon sagt: Es geht nicht nur darum, einen Berg zu bezwingen, sondern dies auch möglichst schnell und effizient. „Uelis Tipps und Hinweise sind natürlich unbezahlbar, denn wenn jemand weiß, auf was es ankommt, dann er,“ freut sich Strobl. Im Mai erst hat Steck den Mount Everest ohne Flaschensauerstoff bezwungen, sein Rekord für die Besteigung der Matterhorn-Nordwand liegt bei 1:56 Stunden. Derzeit laufen Testflüge mit einem Prototypen, der bei einer Größe von 23qm ausgelegt auf 2,8 Kilogramm Gewicht kommt. Als Basis diente das Profil des BLACKLIGHT, der derzeit dank seiner überragenden Leistungswerte bei hoher Sicherheit auf Anhieb viele Flieger überzeugt hat. „Um deutlich Gewicht zu reduzieren müssen erstens möglichst viele Kammern und Rippen entfallen, und zweitens natürlich alle verwendeten Materialien über möglichst geringes Eigengewicht verfügen,“ erläutert Strobl. Bei alledem dürfen natürlich keine Abstriche bei der Sicherheit gemacht werden, und die Leistung muss ebenfalls stimmen, „wenngleich sie in diesem Fall natürlich nicht an erster Stelle steht.“ Das ist eine Herausforderung, klar, „aber wir sind auf gutem Weg.“ Bei Tests zeigte sich schnell, dass der leichte Schirm natürlich besonders einfach startet, „was angesichts des Einsatzzweckes von besonderer Wichtigkeit ist,“ so der Chefkonstrukteur. Speed-Climber und andere Bergsteiger starten schon mal von suboptimalen Plätzen bei herausfordernden Bedingungen, und da kann man einen zickigen Starter nicht gebrauchen. „Derzeit arbeiten wir an der richtig ausbalancierten Leinenkonfiguration,“ berichtet Strobl. Da die Zahl der Kammern reduziert ist, muss im Prinzip jede Kammer mit Leinenansatzpunkten belegt werden. Derzeit sieht das Leinenkonzept eine starke Vergabelung vor, dafür können sehr dünne DC45-Leinen genutzt werden. „Lastprobleme gibt es bei dieser Konfiguration nicht, jetzt müssen wir sehen, wie sich die Widerstände auswirken,“ erwartet Strobl Aufschlüsse durch die kommenden Testflüge. Besonders interessant ist der Materialmix des neuen Leichtschirms, denn zum jetzigen Entwicklungsstand kommt zum Teil ein neues Tuch zum Einsatz, das aus einem besonders dünnen Faden genäht ist. „Das hat ein Gewicht von nur 22 Gramm pro Quadratmeter bei ebenbürtigen Belastungseigenschaften,“ berichtet Strobl. Damit übernimmt der unter dem Projektnamen EOS laufende Leichtschirm die Funktion einer Innovationslokomotive: „Wenn der Stoff das hält, was er verspricht, ist er natürlich auch für Gütesiegelschirme interessant, wenngleich das Material derzeit noch deutlich teurer ist.“ Vorgesehen sind derzeit die Größen 19, 21 und 23 Quadratmeter, der Schirm wird aber auch in geringeren Größen funktionieren, ist sich Strobl sicher. „Für Ueli Steck habe ich einen 16er im Computer. Wenn die Tests mit dem jetzigen 23er-Proto weiter so gut laufen, werden wir als nächstes diese Mini-Größe umsetzen.“ Das macht Sinn, da Steck bei einem Startgewicht von deutlich unter 100 Kilogramm so die volle Wendigkeit einer kleinen Kappe nutzen kann. „Ziel ist es, diesen Schirm auf unter 2 Kilogramm Gewicht und ein minimales Packmaß zu bringen.“ |
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